Nächste Steuerreform

veröffentlicht um 01.05.2019, 07:35 von Johann Oberlaber   [ aktualisiert: 04.05.2019, 01:44 ]
   

Die Regierung hat diese Woche die nächste Steuerreform beschlossen.

Im Unterschied zu früheren Reformen bedeutet die nun beschlossene, nach der von 2016, eine weitere tatsächliche Entlastung für die Gruppe der Steuerzahler, zu der auch das Gros der BMHS-Lehrerinnen und Lehrer gehört. Dabei wurde zentralen FCG-Forderungen nach einer Senkung der Abgabenquote für den Mittelstand, der die Hauptlast des österreichischen Steueraufkommens trägt, nachgekommen.

Nach der Einführung des Familienbonus Plus handelt es sich hierbei um einen weiteren wesentlichen Erfolg der FCG-Standesvertretung für die Kolleginnen und Kollegen!

Drei Viertel des Gesamtvolumens der Reform kommen den österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zugute. In einem ersten Schritt betrifft dies 2020 die niedrigen Einkommen über eine Senkung der Sozialversicherungsbeiträge, wodurch etwa Beschäftigte mit einem monatlichen Bruttobezug bis 1.350 Euro um 350 Euro jährlich entlastet werden. Im Jahr 2021 wird dann der Eingangssteuersatz von 25 auf 20 Prozent gesenkt. 2022 werden die zweite und dritte Einkommensteuertarifstufe gesenkt – von 35 auf 30 Prozent bzw. von 42 auf 40 Prozent. Die sich aus diesen Maßnahmen ergebenden Entlastungseffekte für die lohnsteuerpflichtige Bevölkerung belaufen sich auf rund fünf Milliarden Euro. Im Jahr 2022 werde ein Arbeitnehmer, der monatlich 2.000 Euro brutto verdiene, jährlich um ca. 660 Euro entlastet, ein Arbeitnehmer mit einem Monatsbruttobezug von 3.500 Euro um 1.132 Euro pro Jahr. Bei 5.500 Euro brutto beträgt die Ersparnis 1.538 Euro.

Hier zum Steuerrechner auf oe24.at: Soviel bringt Ihnen die Steuerreform

Nichts desto trotz lassen Vertreter anderer Fraktionen der Standesvertretung kein gutes Haar an der Reform. Mit der Forderung nach einem fixen „Steuerbonus“ statt einer Senkung der Tarife, die noch kurz vor Bekanntmachung der Steuerreform eingebracht wurden, wäre es zu keiner Entlastung gekommen, sondern so sollte wie bisher der österreichische Steuerzahler Almosenempfänger bleiben. Diejenigen, die durch ihre Leistung und ihre Beiträge den Sozialstaat ermöglichen, hätten keine spürbare Entlastung erfahren. Die Regierung ist aber der Linie der FCG gefolgt!

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob es sich tatsächlich um eine Steuerreform oder nur um eine Senkung der Tarifsätze handelt. Es ist aber der Effekt, der für uns zählt!

Bedenklich ist, dass Gruppierungen, die vorgeben, die Interessen der BMHS Lehrerinnen und Lehrer zu vertreten, diesen die Entlastung nicht gönnen und verwehren wollten und von „Geschenken an die Besserverdiener“ sprechen, anstatt hinter ihrer Berufsgruppe zu stehen.




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